Unsere Geschichte

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Der erste Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg brachte das Bauwesen zum Stillstand. Die Arbeiter waren an der Front. FWM arbeite mit einigen Freigestellten unter schwierigen Bedingungen weiter. Im Bereich Material gab es die sogenannten Kriegslisten, die z.B. festlegten, welche Normalprofile für Walzeisen nur zulässig waren und -wenn Oberhaupt verfügbar- geordert werden durften.

Z-Eisen, Quadranteisen und Zoreseisen wurden nicht mehr gefertigt. 1-Eisen (18) und U-Eisen (12) gab es nur noch in vorgegebenen Profilen. Gleichschenklige und ungleichschenklige Winkeleisen werden auf jeweils 10 feste Abmessungen beschränkt. T-Eisen, Flacheisen und Universaleisen werden in Abstufungen und Breiten genormt. Alle Sonderanfertigungen blieben der Kriegsindustrie vorbehalten.

Besonders erschwert wird -auch noch lange nach Kriegsende- die Arbeit am Bau durch die Baustoffbewirtschaftung.

Beschlagnahmt werden in Hessen sämtliche gebrannten und anderen künstlichen Mauersteine und Dachziegel aller Art (Hohlsteine, Kalksandsteine, Schwemmsteine, Schlackensteine, Zementsteine sowie Hartbrandsteine, Klinker, Verblender, Decken-/Lochsteine, Dachziegel). Des weiteren Portlandzement und Baukalk.

Die Freigabe erfolgt durch einen Bezirkswohnungskommissar. Ziegeleierzeugnisse bis zu 3.000 Backsteinen, 1.000 Dachziegeln und 2.000 Drainageröhren je Monat und Baustelle. Zement 10 Sack je Monat /Baustelle, Kalk dto. 400 kg. Die Abgabe von Ziegelfabrikaten erfolgt zu Richtpreisen. z.B. Mauersteine 100 Mark pro 1.000, Biberschwänze (1.Wahl) 160 Mark pro 1.000, Falzziegel 260 Mark pro 1.000 etc. Als Händlerverdienst werden für Mauersteine 10% und für Ziegel 12,5 % festgesetzt.

Jeder Meldepflichtige wird verpflichtet, ein Lagerbuch zu fuhren, in dem Eingänge und Abgänge aufzuzeichnen sind - Freigabescheine und Zuteilungen sind als Beleg aufzubewahren. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnisstrafen von bis zu 5 Jahren oder Geldbußen bis zu 100.000 Mark geahndet.

Dann kam die Geldentwertung - Tag für Tag war Geld weniger wert. Material wurde in Auftrag gegeben, doch bei Lieferung nach einer Woche, war der Preis das zwei-, drei- oder gar zehnfache.

In einer solchen Situation ein konkretes Angebot abzugeben war nahezu unmöglich. Daher stagnierte die gesamte Bauwirtschaft. Man wirtschaftete nur noch mit dem, was aus den Jahren davor vorhanden war. Also: Resteverwertung!

Aber es kam noch schlimmer. Da die Währung täglich in Dimensionen von x% nachgab, versuchte FWM durch Verkauf von Häusern die Firma zu retten - der erlöste Gewinn langte jedoch lediglich für den Kauf von Kleidung - für die Kinder. 1923 war der Spuk dann Gott sei dank vorbei. 

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